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gruenderszene deutschland, Startup-Deutschland, typischer Existenzgründer

04 Feb Deutschlands Gründerszene: jung, innovativ und (erfolg)reich??

10 Zahlen zu Startup-Deutschland

Das Bild eines typischen Starters wird in den Medien gerne mit einem jungen, dynamischen (meist männlichen) Ingenieur mit innovativem Produkt im Hightech-Bereich dargestellt. Aber stimmt dieses Bild? Wer sind die Starter eigentlich und wie erfolgreich sind sie? Was machen die Starter eigentlich und warum? Der KfW-Gründungsmonitor gibt jedes Jahr Einblick in die deutsche Gründerlandschaft. Hier die wichtigsten Fakten. (Achtung: Der Monitor 2015 stellt die Zahlen von 2014 dar.)

1

915.000 Gründer

Die Zahl der Gründer ist im Vergleich zu 2013 um 47.000 gestiegen. Der Anstieg kam durch Vollerwerbsgründer zustande, deren Zahl sich um 87.000 auf 393.000 erhöhte. Die Zahl an Nebenerwerbsgründern ging hingegen auf 522.000 zurück (-40.000).

2

368.000 Freiberufler

Immer mehr Gründer starten in freiberuflichen Tätigkeitsfeldern. Im Jahr 2012 waren das noch 304.000. 2014 sind es bereits 368.000. Dabei ist die Tätigkeit als Unternehmensberater am beliebtesten.

Top 10 der Tätigkeitsfelder bei der Gründung als Freiberufler:

1 Unternehmensberatung
2 Dozentur
3 Kindertagespflege
4 Webdesign
5 Ingenieurbüro

6 Übersetzungen
7 Psychotherapie
8 Softwareengineering
9 Rechtsberatung
10 Coaching

3

31 % Notgründer

Knapp ein Drittel der Gründer sind sogenannte „Notgründer“. Sie machen sich selbstständig, weil sie keine bessere Erwerbsalternative haben. Fast die Hälfte der Gründer, 48 %, gründen allerdings, weil sie eine Geschäftsidee realisieren wollen.

4

55 % Angestellte

Mehr als die Hälfte der Gründer machen sich aus einem bestehenden Arbeitsverhältnis heraus selbstständig. Nur 13 % der Gründer kommen aus der Arbeitslosigkeit.

5

43 % Frauen

Die Beteiligung von Frauen an Gründungen wächst stetig (in 2004 waren es 36%). Außerdem ist der Anteil von Frauen in Vollerwerbsgründungen im Vergleich zu 2103 sehr deutlich von 33 auf 41 % gestiegen. Bei Nebenerwerbsgründungen ging die Beteiligung von Frauen nach 49 % im Vorjahr auf 44 % 2014 zurück.

6

31 % akademische Ausbildung

„Nur“ ein Drittel der Gründer kann eine akademische Ausbildung vorweisen. Die Hälfte der Gründer verfügt über eine berufliche Ausbildung und der Rest (18 %) hat gar keine Ausbildung.

7

44 % „Jung und dynamisch“

Noch nicht mal die Hälfte der Gründer (400.000) kommt aus der Altersgruppe 18-35 Jahre. Mehr als die Hälfte der Gründer ist älter als 35: Davon sind 221.000 Gründer zwischen 35 und 45 Jahre alt, 210.000 Gründer fallen in die Altersgruppe 45-55 Jahre. Und 84.000 Gründer (fast 10 %) kommen aus der Altersgruppe 55-65 Jahre.

8

9 % überregionale Marktneuheiten

Weniger als 10 % der Gründer erstellen Angebote, die laut Selbsteinschätzung der Befragten entweder in Deutschland oder weltweit neu sind.

9

55 % der Gründer sind nicht umsatzsteuerpflichtig

Mehr als die Hälfte der Existenzgründungen bewegen sich in kleinem Rahmen. 55 % der Gründer sind nicht umsatzsteuerpflichtig, weil ihre Jahresumsätze im Gründungsjahr unter 17.500 EUR bleiben und auch im Folgejahr nur moderate Steigerungen erwartet werden.

10

53 % der Finanzierungen sind Mikrokredite

Nur jeder fünfte Existenzgründer greift auf externe Finanzmittel zurück. Und wenn, handelt es sich in 53 % der Fälle um Mikrokredite, sprich einen Betrag bis zu 10.000 EUR. Nur 8 % der Gründer, die externe Finanzmittel nutzen, starten mit über 100.000 EUR. Alle anderen bewegen sich zwischen 10.000 und 100.000 EUR Startkapital.

FAZIT:

Das Klischeebild eines typischen Starters als junger, dynamischer, (erfolg)reicher Ingenieur mit einer Hightech-Innovation kann man so nicht stehen lassen. Dieses Bild mag auf einige Startups in Silicon Valley zutreffen. Und natürlich werden auch immer nur die Erfolgsgeschichten in den Medien breitgetreten. Die Gründerlandschaft in Deutschland sieht aber in Wirklichkeit anders aus. Die meisten Gründer in Deutschland verdienen gar nicht das große Geld mit einer innovativen „Weltneuheit“, sondern arbeiten für wenig Geld als Freiberufler, starten mit ganz wenig Startkapital und sind durchaus auch weiblich oder älter als 35 Jahre.

Quelle: KfW-Gründungsmonitor 2015

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