Texteinstieg schreiben:
5 Ideen, die sofort Aufmerksamkeit holen
(und wie du sie als KI-Prompt nutzt)
Es war einmal in den Niederlanden ein junges Mädchen mit einem sehr strengen Deutschlehrer.
Der bestand darauf, dass sie endlose Reihen auswendig lernte. Präpositionen mit dem Genitiv. Alle unregelmäßigen Verben, der Reihe nach, ohne Pause. Spielerisch Deutsch lernen war nicht vorgesehen.
Das Mädchen büffelte Deklinationen und Ausnahmen, und konnte trotzdem einen ganzen Tatort in Originalsprache nur schwierig verstehen. Also lernte sie lieber eine andere Sprache.
Was sie nicht wusste: Sie würde sich Jahre später in einen Deutschen verlieben. Und auswandern. Mit ein bisschen Schulbuch-Deutsch im Kopf, aber ohne ein einziges Wort, das sie im echten Leben wirklich gebraucht hätte.
(Bist du noch dran? Wäre ja peinlich, wenn nicht.)
Das Mädchen war ich. Und obwohl Deutsch nicht meine Muttersprache ist, ist eins klar: Ein Text fesselt nicht, weil er grammatikalisch korrekt ist, sondern wenn er den Leser mitreißt.
Dein Türöffner muss knallen, ob bei Vortrag, in Social Media oder auf der Website. Besucher sind schneller weg, als du blinzeln kannst, wenn sie nicht sofort neugierig werden.
Und wenn die KI mitschreibt? Dann wird’s tricky. Frag eine KI nach einem Texteinstieg, und du bekommst meistens einen netten, sachlich-professionell-langweiligen Standardabsatz. Die Lösung ist nicht, KI zu meiden, sondern ihr genau zu sagen, welchen der folgenden 5 Tricks sie einsetzen soll.
Ich habe mich umgeschaut und die besten Tipps der Profis gesammelt, für jeden Trick gleich den passenden Prompt mitgeliefert. Los geht’s.
Starte mit einem kleinen Schock
„Auf der Über-uns-Seite geht es gar nicht um dich!“
Das habe ich letztens einer Workshopteilnehmerin gesagt. Die war erst mal baff.
Ja, es heißt doch aber „Über uns“? Da soll ich doch über mich selbst reden oder etwa nicht?
Ja, ein bisschen schon. Aber erst nachdem du klar gemacht hast, dass du das Problem deiner Kunden erkannt hast.
Diesen Einstieg habe ich gebraucht, um erst mal wachzurütteln. Hätte ich gleich damit angefangen aufzulisten, welche Struktur man für eine Über-uns-Seite braucht, wäre die Botschaft wohl nicht so gut angekommen.
Überlege dir mal, womit DU provozieren kannst.
Oft reicht es schon, plattgetretene Pfade und langweilige Floskeln einfach mal umzudrehen. Wenn jeder in deiner Branche davon spricht, wie sehr er oder sie wohl der Experte ist, dann dreh die Sache doch mal um.
→ Statt: „Wir sind die Experten für XY.“
→ Vielleicht: „Wir haben keine Ahnung von ….
Aber frag uns nicht nach …“
Menschen lieben Spannung. Langweilig können die anderen.
So promptest du das:
Prompt für ChatGPT & Co.
Schreib einen Texteinstieg, der mit einer überraschenden, provozierenden Aussage zum Thema [Thema einsetzen] beginnt. Dreh z. B. eine typische Branchenfloskel um, etwa nach dem Muster ‚Wir sind keine Millionäre, wir sind aber reich an [eigene Stärke einsetzen]‚. Gib mir gleich einige lustige Vorschläge in dieser Richtung.
Erzähl eine Geschichte.
→ Es war mal eine schöne Prinzessin.
→ Mir ist heute Morgen was passiert …
→ Es war an einem eiskalten Frühlingstag …
Wenn du so anfängst, versteht jeder: Jetzt kommt eine Geschichte.
Menschen lieben Geschichten. Eine gute Story ist Aufmerksamkeitsgarant Nr. 1. Dabei kannst du durchaus etwas Persönliches erzählen. Menschen mögen es, wenn sie merken, dass sie nicht allein sind mit ihren Ängsten, Fehlern oder Misserfolgen.
Das beherrschen auch die großen Coaches und Speakerinnen aus dem Effeff. Stell dir vor, eine erfahrene Rednerin steht auf der Bühne und beginnt nicht mit einer Folie voller Stichpunkte, sondern mit einer kleinen, selbstironischen Anekdote aus ihrem allerersten Auftritt vor Publikum: wie die Hände zitterten, wie sie den ersten Satz vergaß, wie am Ende trotzdem alle lachten und applaudierten.
So holt sie ihr Publikum ab, humorvoll und auf Augenhöhe, bevor der eigentliche Inhalt kommt.
Und welche kleinen „Geheimnisse“ kannst du von dir erzählen?
So promptest du das:
Prompt für ChatGPT & Co.
Schreib einen Texteinstieg in Ich-Form als kurze, leicht selbstironische Anekdote zu [konkretes Erlebnis einsetzen]. Die Anekdote soll am Ende direkt zum Thema [Thema] überleiten. Keine Moral am Schluss, das übernimmt der Rest des Texts.
Wichtig dabei: Die Anekdote selbst musst du liefern, das kann KI nicht erfinden, ohne dass es nach erfundener Geschichte klingt.
Greif in die Boulevardkiste
„Wir sind Papst“
Ja, tatsächlich. Ich hätte nie gedacht, irgendwann mal die Bildzeitung als positives Beispiel zu verwenden. Aber schau dir mal die Überschriften an. Dahinter steckt Methode, kein Zufall.
Die BILD-Redaktion arbeitet mit klaren Mustern. Die lassen sich 1:1 für eigenes Marketing übernehmen.
→ Das Drama-Wort: zusammengesetzte Substantive, die sofort Konflikt erzeugen. „Tank-Zank“. „Rentenschock“. „Hammer-Urteil“.
→ Der Verharmlosungs-Kitzler: eine Verniedlichung macht etwas Ernstes nahbar. „Mullah-Märchen“. „Pleite-Chefin“.
→ Die Imperativ-Aufforderung: ein direkter Befehl oder ein fiktives Zitat als Handlungszwang. „Sparen oder fliegen!“. „Zahlen Sie bloß nicht diese Gebühr“.
→ Das Exklusivitätsversprechen: dem Leser das Gefühl geben, Insider-Wissen zu bekommen. „Diese Werke …“. „Die geheimen Pläne der Regierung“.
Du musst ja nicht gleich geschmacklos werden, aber mutig in der Wortwahl darfst du sein. Niemand verklagt dich für „Die genialsten Tricks“, aber neugierig zuhören tut er trotzdem.
Überhöhte Emotionen und Übertreibungen sind das Handwerkszeug der Boulevardpresse. Und auch wenn du andere Inhalte rüberbringen willst: Der Boulevardeinstieg sichert dir erst mal Aufmerksamkeit.
So promptest du das:
Prompt für ChatGPT & Co.
Schreib drei Texteinstiege zum Thema [Thema], jeweils nach einem anderen BILD-Muster: einmal mit einem reißerischen Drama-Wort als zusammengesetztem Substantiv, einmal mit einer Imperativ-Aufforderung, einmal mit einem Exklusivitätsversprechen. Übertreibung in der Wortwahl ist erlaubt, inhaltlich muss alles stimmen.
Lies dir alle drei Varianten laut vor, bevor du eine nimmst. Was auf dem Papier knackig wirkt, klingt gesprochen manchmal albern.
Mach ein klares Versprechen
„Nach diesem Blogbeitrag wirst du nie wieder einen schlechten Texteinstieg schreiben.“
Versprich eine Lösung für das Anliegen deiner Interessenten. Warum der Trick funktioniert: Menschen sind Egoisten. Sie wollen gerne, dass etwas für sie dabei herausspringt. Eine der ersten Fragen deiner Interessenten lautet:
Und was habe ich davon?
Beantworte diese Frage und schon machst du sie hellhörig.
Dabei solltest du möglichst die Perspektive wechseln. Sprich nicht von deinen Produkteigenschaften, sondern davon, was sie bringen. Ein Beispiel:
→ Statt: „Elektronischer Zugang zur Ferienwohnung“
→ Besser:„Bequem anreisen, wann Sie wollen“
Noch stärker funktionieren nachgelagerte Kundenvorteile. Anerkennung. Sicherheit. Freiheit. Vertrauen.
Was kannst DU versprechen?
So promptest du das:
Prompt für ChatGPT & Co.
Schreib einen Texteinstieg, der ein konkretes Ergebnis verspricht, das die Leserin nach dem Lesen von [Produkt/Thema] hat. Formuliere aus der Nutzenperspektive der Leserin, nicht aus der Eigenschaftsperspektive des Produkts. Kein Konjunktiv, klare Aussage.
Hier liegt der Haken: Das Versprechen musst du selbst kennen und halten können. Ein leeres KI-Versprechen ist genauso leer wie ein selbst getipptes.
Zeig, dass du das Problem erkannt hast
„Nach diesem Blogbeitrag wirst du nie wieder einen schlechten Texteinstieg schreiben.“
Nie wieder …
→ Jojo-Effekt
→ zu viel bezahlen
→ stundenlang in der Warteschleife hängen
→ in einer Absteige landen, anstatt im Luxushotel am Meer
Die „Nie-wieder“-Formel ist perfekt dafür, das Problem deiner Kunden anzusprechen.
Überlege dir, womit deine Kunden hadern. Menschen mögen es, wenn man sie versteht. Und sie mögen es, wenn man ihnen den Weg aus ihrer Lage zeigt.
Eine alternative Formel ist: Auch schon mal erlebt?
→ Der Finanzberater hat dir ganz andere Ergebnisse versprochen, als jetzt auf deinem Konto sichtbar sind?
→ Du hast dem Handwerker ausgiebig erklärt, was du möchtest, und er bietet für viel Geld etwas ganz anderes an?
Viel Geld für etwas ausgeben und nichts davon haben? Das ärgert jeden.
Wenn du im gleichen Boot sitzt, traut man dir eher zu, die Probleme wirklich zu verstehen. Außerdem beruhigt es, zu wissen, dass man mit seinem Anliegen nicht alleine dasteht.
Vielleicht hast du dein Business gerade deswegen angefangen, weil du auch dieses Problem hattest.
Dann erzähle davon. Zeige, dass du auf Augenhöhe bist.
So promptest du das:
Prompt für ChatGPT & Co.
Schreib einen Texteinstieg im Stil einer ‚Nie wieder‘- oder ’schon mal erlebt?‘-Formel zum Thema [konkretes Problem der Zielgruppe einsetzen]. Drei bis vier kurze, konkrete Situationsbeispiele, keine abstrakten Umschreibungen.
Die konkreten Probleme musst du wieder selbst liefern. Genau hier rutschen die meisten KI-Texte ins Schwammige, weil niemand der KI gesagt hat, welches Problem wirklich wehtut.
Ein guter Texteinstieg macht neugierig,
mit oder ohne KI
Schluss mit langweiligen Powerpointpräsentationen und einschläfernden Vorträgen. Fessel deine Zuschauer, Leser oder Kunden von Anfang an: mit einer der 5 Methoden und mit einer Prise Humor.
Und falls du dabei KI nutzt: Die Methode bestimmst du, nicht die KI. Ein guter Prompt ersetzt nicht deine Idee, er sagt der KI nur, welche Idee sie ausführen soll.
Bleib dabei und sei gespannt, mit welchem Thema ich dich im nächsten Newsletter oder Blogbeitrag überrasche. Dieser Trick heißt: „Bogen spannen durch Vorfreude.“
FAQ
Warum klingen KI-Texteinstiege oft langweilig?
Weil KI ohne genaue Vorgabe den sichersten, neutralsten Weg wählt. Erst eine klare Anweisung zu Trick, Tonalität und Inhalt bringt einen Einstieg, der wirklich fesselt.
Kann ich diese 5 Tricks 1:1 als ChatGPT-Prompt nutzen?
Ja, die Prompts lassen sich direkt kopieren und mit dem eigenen Thema füllen. Den konkreten Inhalt, also Anekdote, Versprechen oder echtes Kundenproblem, muss man selbst liefern.
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Ein Texteinstieg, der sitzt, ist nur ein Baustein.
Was bringt der beste Hook,
wenn der Rest der
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Nie wieder 1000 Tutorials wälzen, um herauszufinden, was wirklich zählt.
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Über die Autorin
Corrine van den Broek ist Website-Mentorin und KI-Content-Creator. Sie zeigt dir, wie du mit deiner Botschaft die richtigen Kunden erreichst, von der Idee bis zum fertigen Online-Auftritt. Ohne Marketing-Blabla, ohne Technikgedöns, für selbstständige Frauen, die keine Zeit für falsche Lösungen haben.